Chancen nutzen: Fotograf in der Corona-Krise

Aktualisiert: Apr 27




Wow, seit fast einem Monat sitze ich nun zu Hause. So lange habe ich auch gebraucht, bis ich das Gefühl hatte, Dir etwas sinnvolles und inspirierendes mit auf den Weg geben zu können. Denn ich bin mal ganz ehrlich: Ich habe aufgrund dieser Krise erstmal selbst ganz schön viel zu tun gehabt. 

In erster Linie mussten meine Familie und ich uns neu organisieren. Wir mussten uns daran gewöhnen, dass wir nun alle gleichzeitig zu Hause sind. Ich musste mich vor allem daran gewöhnen, dass mein Mann und mein Sohn zu Hause sind. Immer. Ich musste mich in Akzeptanz üben. Akzeptieren, dass die Situation, in der wir uns gerade befinden, nicht nur für mich, sondern für ganz schön viele andere Leute richtig beschissen und bedrohlich ist. Und dass ich nichts in meiner Hand halte, um die äußeren Umstände zu beeinflussen. 


Heute morgen bin ich allerdings aufgewacht und dachte: Ich bin bereit. Bereit, mit Euch zu teilen, wie es mir geht, was ich bisher nach fast vier Wochen Isolation und ohne Aufträge gelernt habe. Euch ein paar Ratschläge mit auf den Weg geben und Euch inspirieren. 

Bei meiner verzweifelten Google-Suche nach dem Thema "Wie drehe ich als Fotografin und Mutter in der Corona-Krise nicht komplett am Rad" wurde ich nämlich nicht wirklich fündig. Was ich für mich bisher mitnehmen konnte, möchte ich daher nun mit Euch teilen. Die Reihenfolge ist willkürlich, nicht nach Priorität sortiert. Die legt nämlich jeder für sich selbst fest. Du darfst Punkte auslassen und hinzufügen. Wenn Du was hinzufügen willst: Nutze sehr gerne die Kommentarfunktion!

1. Check Deine Finanzen!

Halt, wo willst Du hin? Ich weiß, Dir direkt als erstes das Geld-Thema um die Ohren zu hauen, ist fies. Das ist -zumindest für mich- eine der größten Ängste, die sich mit Eintreten der Corona-Situation bei mir breit gemacht haben.

Ich will offen mit Dir sein, denn ich will Dich erreichen, wenn es Dir gerade ähnlich geht: Ich habe im vergangenen Jahr nicht besonders nachhaltig gewirtschaftet. Ich habe wenig Rücklagen geschaffen, die mir jetzt helfen könnten. Und die wenigen, die ich hatte, gingen für den bei Hochzeitsfotografen ohnehin eher ruhigen Winter drauf. Nun stand ich da, mit scharrenden Füßen auf die Hochzeits- und Outdoorshooting-Saison wartend. Und dann kam Corona. Keiner weiß genau, wann wir wieder Hochzeiten fotografieren (und natürlich auch feiern!) dürfen, die geplanten Einnahmen sind erstmal für unbestimmte Zeit auf 0 gesetzt. 

Den Kopf in den Sand zu stecken mag eine Weile funktionieren, aber irgendwann wirst Du dich mit dem Thema Geld auseinandersetzen müssen. Also: Informiere Dich über die Soforthilfeprogramme Deines Bundeslandes, setze Dich, auch wenn es weh tut, mit den Hilfsangeboten der Agentur für Arbeit auseinander - auch, wenn das ALG II bedeutet. Falscher Stolz hat noch keinem die Miete gezahlt.



Wo die Soforthilfe ihre Grenzen hat (nämlich aktuell beim Lebensunterhalt des Einzelunternehmers), greift nun die Grundsicherung. Auch wenn es weniger sein mag als vorher: Sie zahlt Deine Miete! Bleib' auf dem Laufenden über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Förderung und Unterstützung für Kleinstunternehmer. Hast Du Verwandte, die dir aushelfen könnten? Wirf' bitte auch da Deinen Stolz über Bord. Du wirst erstaunt sein, wer Dir alles unter die Arme greifen möchte, wenn es bei Dir brennt.

Onlineshop, Onlineshop, Onlineshop - Eröffne ihn. Mach' einfach! Du kannst Gutscheine verkaufen, Lightroom-Presets, PDF-Guides für Fotografen, den Roman, den Du letzten Sommer geschrieben hast, und was Dir noch so alles einfällt, das in dieser Zeit einen Mehrwert für Deine Kunden und Kollegen haben könnte. 

Spoiler Alert: Es wird Dir nicht den Umsatz retten. Sorry. Aber es wird ein bisschen helfen und Dir ein gutes Gefühl geben, glaub mir.

2. Kundenakquise 

Genau jetzt ist die Zeit, mit Deinen Kunden zu kommunizieren. Schreib’ den lang erwarteten Blog-Beitrag mit zehn Tipps für Bräute, die nicht in hohen Schuhen laufen können. Irgendeine verzweifelte Braut wartet darauf! 

Vielleicht hast Du Lust, Deinem Social-Media-Auftritt und deiner Website ein Facelifting zu verpassen?. Sind die Texte auf Deiner Website noch aktuell, sprechen sie Deine Zielgruppe an? Prüfe, ob bei deiner Preisliste noch Optimierungsbedarf besteht. Ist alles stimmig und fair für Deine Kunden? Lass’ auch jemanden drüber schauen, der nicht aus der Branche ist! 

Dies ist kein Aufruf zu wildem Marketing-Aktionismus. Nur ein paar Impulse dazu, an welchen Stellen Du vielleicht einige wichtige Stellschrauben ziehen kannst. Ah! Einer noch: SEO. Das las’s ich mal so stehen, während Du mir imaginär ans Schienbein trittst.


3. Social Media-Diät.

Hach ja, Instagram. Uns verbindet eine Hassliebe. Ich habe über Instagram die tollsten Menschen kennengelernt. Es kann unheimlich inspirierend sein. Und ja, auch ganz tolle Kunden finden mich über diesen Kanal. Aber gerade in Krisenzeiten ist Social Media unfassbar laut. Jeder bringt seine Ängste und Sorgen ans Licht. Entweder sehr klar formuliert oder irgendwie energetisch. 

Versteh' mich nicht falsch: Ich begrüße es, wenn man seinen Gefühlen freien Lauf lässt und nichts herunterschluckt. Aber ich habe für mich feststellen müssen, dass mir das in so geballter Form nicht gut tut. Da werden Sorgen geweckt, die ich eigentlich nicht habe. Meine gute Laune kann innerhalb von Minuten im Keller landen, wenn ich einen "falschen" Beitrag lese. 

Also habe ich für mich entschlossen, in dieser Zeit, in der ich noch mehr als sonst bei mir bleiben muss, Social Media, soweit es geht, zu meiden. Ich habe bereits vor der Krise Accounts stumm geschaltet oder bin ihnen entfolgt, wenn sie mir ein blödes Gefühl gegeben haben. Ich finde, das darf und muss man dieser Tage umso mehr angehen. Gedankenhygiene bedeutet nicht nur, nicht alle 30 Minuten die Nachrichten zu checken, sondern auch zu filtern, welcher Input gut tut - und welcher nicht. 

Nutze Social Media für einen positiven, inspirierenden Austausch. Aber lass' Dich nicht in den Abgrund aus Sorgen und Ängsten von Menschen ziehen, die Du nicht einmal persönlich kennst. Nur, wenn Du Dich vor diesen Energien schützt, kannst Du für Dich, Deine Familie und Deine Freunde weiterhin mit Deiner ganzen Energie da sein. 




Mit einer sehr persönlichen und privaten Ebene machen wir in Teil zwei weiter. In meinem nächsten Blogpost erzähle ich Dir, warum Du dich einfach mal entspannen darfst, Egoismus heute noch weniger gefragt ist als sonst und warum wir die Ängste einfach mal über Bord werfen können.



Bis dahin wünsche ich Dir viel Liebe, Gesundheit, Sonnenschein und ein tolles Osterfest. Alles wird gut.










PS: Ein Tipp, der auch im nächsten Post vorkommt. Also ein kleiner Spoiler: Motte die Kamera nicht ein. Wie Du siehst, können auch im Corona-Alltag tolle Aufnahmen von Familie, Katzen und Natur entstehen. Das private Fotoalbum freut sich!


PPS: Wenn Deine Fotos noch schöner werden sollen, kannst du Dir sehr gerne meine erste Preset-Collection anschauen. Ich habe nämlich meinen eigenen Ratschlag befolgt und welche in meinen Onlineshop gepackt :D

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